SLC/CCC/CSS

Europa Cup - 10.Oktober 2010 - Martigny VS (CH)

IFPF
Drei Schweizer unter den ersten Vier: Eika-Weisshorn an Walter Jäger, Domat/Ems, Gismo-Vion an Raymond Rausis, Martigny, et Miki-Canaria an Walter Corazza, Motto.

IFPF
In der Kategorie Koppel und Meute siegten die Hunde aus Italien.

IFPF
Der Präsident Christophe Darbellay gratuliert die drei ersten Konkurrenten : Öivind Lundberg (N) mit King (Halden, 2.), Walter Jäger (CH) mit Eika-Weisshorn (Luzernerin, 1.) et Walter Corazza (CH) mit Miki-Canaria (Luzerner, 3.)

Rangliste

IFPF

Pour la deuxième fois de son histoire, la Coupe d'Europe pour chien courant s’est déroulée en Suisse. Le Comité d’Organisation de la 18e Coupe d’Europe de Chiens Courants a mis sur pied l'événement sous la présidence du Conseiller National Christophe Darbellay, les 9 et 10 octobre à Martigny dans le canton du Valais.

Schweizer Sieg beim 18. Europacup der Laufhunde in der Schweiz (Martigny)- Klassifizierung

Zum zweiten Mal in seiner Geschichte fand der Europacup der Laufhunde in der Schweiz statt. Die Sektion der Romandie des Schweizerischen Laufhundeclubs übernahm unter der Federführung von Christoph Darbellay die Organisation des Anlasses, der diesmal am 9. Und 10. Oktober in Martigny im Kanton Wallis über die Bühne ging.

Zugelassen für diesen jährlichen Wettkampf sind Laufhunde (Bracken) der FCI-Gruppe 6, die eine anerkannte Ahnentafel aufweisen, eine Brackierprüfung auf den Hasen erfolgreich absolviert haben und ein Ausstellungsresultat vorweisen können. Durch die nationalen Dachverbände werden jeweils nur die drei am besten bewerteten Hunde nominiert.

In Martigny nahmen diese Hunde aus 11 Nationen teil. Gestartet wurden in der Kategorie Einzel, Koppel (2 Hunde) und Meute (6 Hunde). Nachdem die Hunde auf die einzelnen Prüfungssektoren und die 2 Richter ausgelost worden waren, wurden am Abend anlässlich der Eröffnungsfeier die einzelnen Ländervertreter mit ihren Vierbeinern der Öffentlichkeit vorgestellt und wie es sich für einen internationalen Anlass gehört mit den jeweiligen Nationalhymnen willkommen geheissen. Der Abend endete bei einem gediegenen Nachtessen, das mit Reden und einem musikalischen Programm, bestehend aus verschieden Bläsergruppen, umrahmt wurde.

Am Sonntagmorgen wurden die einzelnen Hundeführer, begleitet von einem nationalen und internationalen Leistungsrichter, in ihr Prüfungsgelände gefahren, wo jeweils ein Sektorchef mit einer Anzahl Beobachter bereit stand. Die Prüfungsgebiete befanden sich im Val de Bagnes, im Val Entremont - Ferret und in der Region von Nendaz. Die Hundeführer hatten von 8 Uhr bis um 12 Uhr Zeit, mittels einer gelungenen Hasenjagd die Richter von der Qualität ihrer Hunde zu überzeugen.

Die Jagd muss auf einen Hasen erfolgen. Wenn der Hund ein anderes Wild hebt, so muss er spätestens nach 10 Minuten auf ein Zeichen seines Führers oder selbständig zu seinem Führer zurückkehren, ansonsten wird er disqualifiziert. Bewertet wurde an der Prüfung ausser dem Formwert des Hundes (10 Punkte), die freie Suche (20 Punkte), die Arbeit auf der Spur (10 Punkte), das Stechen/Heben (10 Punkte), die Jagd selber (1 Punkt pro Minute Jagd bis zum Maximum) (60 Punkte), Spurlaut (15 Punkte) und Appell und Führung (15 Punkte), das ergibt ein Total von Maximal 140 Punkten. Ein Hund kann nur klassiert werden, wenn er einen Hasen mindestens 10 Minuten gejagt hat, was durch einen der beiden Richter oder einen Beobachter mit Sicherheit festgestellt werden musste. Dies war an diesem Morgen nicht bei allen Hunden der Fall. Mehrere Hunde konnten gar nicht klassiert werden, weil sie entweder gar keinen Hasen gehoben haben oder weil die Jagd weniger als 10 Minuten dauerte. Vielleicht hatte das auch damit zu tun, dass einerseits die Hunde zum Teil eine lange Anreise hinter sich hatten und sich andererseits mit den lokalen „geruchlichen“ Gegebenheiten und einem vor allem meist relativ steilen Gelände nicht wie wohnt zurechtfanden.

Andererseits musste auch festgestellt werden, dass sich einzelne niederläufige Hunderassen für die Jagd im steilen Gelände und in unsern mit Wurfholz belegten Gebirgswäldern schlechter eignen als unsere heimischen Schweizer Laufhunde.

Dieser Umstand wurde in diesem Jahr auch durch die Rangliste in der Kategorie Einzelhunde untermauert, wo sich nicht weniger als drei Schweizer Teilnehmer unter den ersten vier wiederfinden. Europacupsieger 2010 wurde mit 129 Punkten „Eika- Weisshorn“ (Luzerner Laufhund) von Walter Jäger (CH) vor „King“ (Halden Laufhund) von Öivind Lundberg (N) mit 128 Punkten und „Miki-Canaria“ (Luzerner Laufhund) von Walter Corazza (CH) mit 120 Punkten. Den vierten Rang belegte der dritte Schweizer Hund, nämlich der „einheimische“ Teilnehmer aus Martigny „Gismo-Vion“ (Jura Laufhund) von Raymond Rausis (CH) mit 114 Punkten.

In der Kategorie Koppel und Meute siegten die Hunde aus Italien, da dort diese Art von Jagd schon traditionell eher gepflegt wird als bei uns in der Schweiz.

Der Europacup 2010 ging bei idealen klimatischen Bedingungen und ohne schlimmere Zwischenfälle über die Bühne. Einzig bei einem Hund aus Bulgarien gab es eine kleinere Aufregung. Dieser Hund verschwand plötzlich nach einer ausgezeichneten 35minütigen Jagd spur- und lautlos. Nach einigem Suchen konnte dieser Hund jedoch dank seines GPS-Halsbandes von seinem Meister ausfindig gemacht werden. Er wurde „gekidnappt“ und befand sich im Haus einer Frau, die glaubte diesem Tier damit einen Gefallen zu tun, weil sie das laute Geläut des Hundes wohl falsch interpretierte - falsch verstandene Tierliebe. Das OK organisierte für diesen von weitem hergereisten Hundeführer auf die Schnelle einen Trostpreis, damit er das Wallis und die Schweiz noch halbwegs in guter Erinnerung behalten wird und daheim in Bulgarien nicht überall erzählt, in der Schweiz werden einem die Hunde während der Jagd gestohlen.

Der Anlass endete am Sonntagnachmittag bei einem gemütlichen Raclette, das erneut musikalisch von Bläsern umrahmt wurde.

Ein grosses Lob gebührt dem lokalen OK aus Martigny unter der Leitung von Nationalrat Christoph Darbellay und der Westschweizer Sektion des Schweizerischen Laufhundeclubs. An dieser Stelle muss dankend anerkannt werden, dass es nicht selbstverständlich ist, einen solchen Grossanlass zu organisieren, wobei man alle ca. 300 Teilnehmer kostenlos mit Speis und Trank verpflegte und gastfreundlich betreute.

Merci!

Der nächste Europacup findet nächstes Jahr in Norwegen statt. Mal sehen wir sich unsere Schweizer Laufhunde in dieser Umgebung schlagen werden?

Es lebe die Laute Jagd!

Georg Burchard, Sekretär SLC)